Endoskopische Bandscheibenoperation

24. Februar 2015

Die endoskopische Bandscheiben-OP stellt für Patienten mit bandscheibenbedingten Rückenschmerzen eine schonende Alternative zur konventionellen Operation dar. Dr. Demmer, Facharzt für Neurochirurgie und Facharzt für Orthopädie im MVZ Dr. Kretzmann & Kollegen in Dortmund, führt den Eingriff durch.

Wann ist eine Bandscheiben-OP erforderlich?

Es ist keine Frage: Niemand lässt sich gerne operieren. Aber eine Operation ist bei bestimmten Bandscheibenvorfällen die einzige Chance, die Beschwerden dauerhaft loszuwerden. Wenn zunehmende Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen oder sogar Funktionsstörungen von Blase oder Mastdarm auftreten, muss in der Regel schnell eine Operation erfolgen. In diesen Fällen besteht die Gefahr, dass Nervenwurzeln dauerhaft geschädigt werden. Eine Operation sollte auch dann erfolgen, wenn eine konservative Behandlung ohne Erfolg geblieben ist und ein Bandscheibenvorfall eindeutig als Ursache der Beschwerden nachgewiesen wurde. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Schmerz chronisch wird. Bei einer Operation wird dann das Bandscheibengewebe entfernt, das auf die Nerven drückt.

Was bedeutet endoskopische Operation?

Bei der endoskopischen Bandscheibenoperation wird nur ein sehr kleiner Hautschnitt gemacht, über den das Endoskop in den Wirbelkanal eingeführt wird. Diese OP-Technik hat die Behandlung der Bandscheibenvorfälle revolutioniert. Sie wurde seit den achtziger Jahren stetig weiterentwickelt. Diese sehr schonende und komfortable Behandlung kann für nahezu alle Arten von Bandscheibenvorfällen eingesetzt werden – so auch bei chronischen Rückenschmerzen, die auf einen Bandscheibenvorfall zurückzuführen sind.

Was sind die Vorteile der endoskopischen Operation?

Einer der wesentlichen Vorteile ist, dass so gut wie keine Narbenbildung auftritt. Der Hautschnitt ist nur wenige Millimeter groß. Anders als bei der offenen Operation, muss kein Muskelgewebe durchtrennt werden. Um an den Bandscheibenvorfall zu gelangen, wird ein dünnes Röhrchen bis in den Wirbelkanal vorgeschoben. Über dieses dünne Röhrchen wird dann der Bandscheibenvorfall entfernt. Durch diese schonende Technik kann man die so gefürchtete Narbenbildung und Verwachsungen nahezu vollständig vermeiden. Verwachsungs- und Narbenschmerzen, die nach konventionellen Bandscheibenoperationen auftreten können, entstehen so erst gar nicht.

Wie lange muss ich nach der Operation im Krankenhaus bleiben?

In aller Regel kann das Krankenhaus nach drei Tagen verlassen werden. Die Aufnahme einer Bürotätigkeit ist nach einer Woche wieder möglich.

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